Stellungnahme des Gesundheitsnetzes Wallis zum Weggang eines Chirurgen
Spital Wallis (GNW) : Die Qualität steht an erster Stelle
Sitten, den 25. Februar 2010 – Um die Privatsphäre seines Mitarbeiters zu respektieren war das Spital Wallis (Gesundheitsnetz Wallis) in der Kommunikation bisher zurückhaltend. Angesichts der medienmässigen Entwicklung nimmt das Spital Wallis Stellung. Aufgrund eines sorgfältigen Abwägungsprozesses sind wir zum Schluss gekommen, uns von Prof. Daniel Savioz zu trennen. Die Schlussfolgerungen der von der Aufsichtsbehörde in Auftrag gegebenen Analyse durch Experten der Universitätsspitäler Zürich und Basel bestärken unsere permanenten Bemühungen, die Qualität der Pflege und Betreuung zu verbessern.
Bis zur Medieninformation vom 25. Februar 2010 hat sich das Spital Wallis in der Kommunikation zurückgehalten. Dies erfolgte, um das Recht auf Schutz der Privatsphäre unseres Mitarbeiters Prof. Daniel Savioz zu respektieren. Was jedoch in den letzten 24 Stunden gesagt und geschrieben wurde, veranlasst uns, folgende Präzisierungen vorzunehmen:
Im Gegensatz zu den bisherigen Verlautbarungen hat Prof. Savioz vor dem 21. Dezember 2009 seine Vorgesetzten nie angefragt, bezüglich der Qualität der Leistungen in der Chirurgieabteilung angehört zu werden. Die Direktion hat unverzüglich auf den Brief von Prof. Savioz vom 21. Dezember reagiert, und ihn eingeladen, die Dokumente zu präsentieren, aufgrund derer er die Qualität der Chirurgie in Frage stellt. Bei dieser Gelegenheit hat er sich geweigert, diese Unterlagen zu übergeben. Zudem hatte Prof. Savioz zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Dutzend nicht-anonymisierte medizinische Dossiers von Patienten, welche von seinen Kollegen behandelt wurden, an das Universitätsspital Genf weitergeleitet. Für diese Weiterleitung von Patientendaten hatte er weder um Erlaubnis gefragt noch eine Bewilligung erhalten.
Die kontinuierliche Verbesserung der Pflege- und Behandlungsqualität ist eine unserer obersten Prioritäten. Wir haben nicht auf die Initiative von Prof. Savioz gewartet, um regelmässig Massnahmen zu treffen, unsere Qualität zu verbessern. Eine Voraussetzung dazu ist jedoch die Zusammenarbeit und der Austausch unter Kollegen.
Auf der Basis dieser Tatsachen hat der Verwaltungsrat entschieden, sich von Prof. Savioz zu trennen. Die Motive dieser Auflösung des Arbeitsverhältnisses bestehen in einem Bruch des Vertrauensverhältnisses. Mit seinen Aussagen und seinem Verhalten hat Prof. Savioz uns gegenüber klar zum Ausdruck gebracht, dass er dem GNW und seinen Organen nicht das geringste Vertrauen entgegenbringt. Diese Haltung ist unvereinbar mit einer Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses. Sie beeinträchtigt das Arbeitsklima und die Qualität, mit welcher unsere Patienten behandelt werden. Der Präsident des Verwaltungsrates sagte dazu: „Medizinische Dossiers an Dritte weiterzugeben, sich zu weigern, diese intern zu diskutieren, verdeutlicht sein Misstrauen gegenüber seiner Hierarchie und sind für uns Zeichen eines Vertrauensbruches. Um das Arbeitsklima in der betreffenden Abteilung zu schützen, haben wir uns entschieden, Prof. Savioz von seinen Verpflichtungen zu befreien – und dies ganz im Rahmen der Legalität. Wir wollen die fortwährende negative Beeinträchtigung des Klimas in einer Abteilung in jedem Fall verhindern, weil dies ganz klar Konsequenzen auf die Pflege- und Behandlungsqualität hat.“
Die Schlussfolgerungen der Analyse, welche durch Experten der Universitätsspitäler Zürich und Basel im Auftrag der Aufsichtsbehörde erstellt wurde, bestätigen uns in unseren kontinuierlichen Bemühungen um eine Verbesserung unserer Qualität.