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Symposium „Palliative Care Oberwallis“

Brig, 23. September 2010 – Die letzte Lebensphase hat in den vergangenen Jahren in der Gesundheitsversorgung an Bedeutung gewonnen. Palliative Care umfasst die Behandlung und Betreuung von Menschen mit unheilbaren, le­bensbedrohlichen und/oder chronisch-fortschreitenden Krankheiten in der Zeit, in der Sterben und Tod absehbar werden. Ziel ist, den Patientinnen und Patienten eine möglichst gute Lebensqualität bis zum Tode zu gewährleisten und ihre Angehörigen angemessen zu unterstützen.

Palliative Care hat Zukunft. Wir leben immer länger, wir möchten bis zum Schluss über unser Leben bestimmen können und möchten nicht einsam sterben. Palliative Care heisst, auf ein Betreuungsnetz zählen zu können.

Palliative Care im Wallis

2006 hat der Kanton dem Spital Wallis das Mandat erteilt, im Bereich der Palliativ­pflege genügend Spitaleinheiten zu schaffen. In der Folge wurden die Kompetenzzentren an den Spitalstand­orten Brig und Martinach mit sechs resp. zwölf Palliativbetten gegründet. Seit dem 1. Januar 2010 verfolgt das Spital Wallis auf der Basis des durch den Kanton erteilten Mandats die Weiterent­wicklung der Palliative Care und hat dazu einen mobilen Palliativdienst, bestehend aus einem in­terdisziplinären Team, eingesetzt. Diese Massnahme bildet die Grundlage für die Schaffung eines kantonalen Netzes in Palliative Care.

Mobiler Palliativdienst

Die Palliativstation und der mobile Palliativdienst bilden den Kompetenzpol Palliative Care im Oberwallis, eine analoge Struktur wie sie in Martinach für das Unterwallis besteht. Der mobile  Palliativ­dienst ist ein spezialisiertes, interdisziplinär arbeitendes Team, zusammengesetzt aus Pflegefach­personen, Ärzten und Psychologen. Bei Bedarf wird das Team ergänzt durch Physiotherapeuten, Ernährungsberater, Seelsorgende, Sozialarbeitende und Schmerzspezialisten. Die Patienten sollen nach Möglichkeit in ihrer gewünschten und gewohnten Umgebung bleiben können. Der mobile Palliativdienst ersetzt nicht die Hausärzte und die Fachpersonen an der Front, sondern unterstützt diese in beratender Funktion. Der Dienst bietet ebenfalls  allgemeine Informationen, Beratun­gen und Fortbildungen an.

Regionales Netz Palliative Care Oberwallis

Ein regionales Palliativ-Netzwerk garantiert die optimale Betreuung der betroffenen Patienten und Angehörigen. Ein guter Informationsfluss zwischen den Partnern, gemeinsame Pflegestandards sowie Fachkompetenz verbessern die Situation der Betroffenen. Die Fachpersonen des Kompetenzpols und der ver­schiedenen Institutionen treffen sich in regelmässigen Abständen zum Gedankenaustausch, Fallbe­sprechungen, Besprechung von komplexen Situationen und Fortbildungen, und die Koordinatorin des mobilen Palliativdienstes garantiert die Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren.

Eingebettet in eine nationale Strategie

Das kantonale Konzept ist eingebettet in einen nationalen Kontext: Bund und Kantone haben 2008 das na­tionale Fördergremium Palliative Care eingesetzt, in dessen Rahmen die nationale Strategie „Palliative Care 2010 - 2012“ entstand. In dieser Strategie sind drei allgemeine Grundsätze formuliert: Palliative Care-Leistungen sollen angeboten werden, sollen für alle zugänglich sein und die Qualität soll internationalen Standards entsprechen.

 Zusätzliche Dokumente