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Tomotherapie: Spitzentechnologie in der Krebsbehandlung am Spital Wallis

Die Patienten des Spitals Wallis können seit neuestem von den weltweit modernsten Krebsbehandlungsmethoden profitieren. Das Spital Sitten ist in der Schweiz neben dem CHUV und der Clinica Luganese die dritte Institution, die ein Tomotherapiegerät installieren liess. Um den Patientinnen und Patienten des Spitals Wallis diese Dienstleistung anbieten und den bestehenden Gerätepark der Radio-Onkologie mit dieser neuen Technologie ergänzen zu können, sind rund sechs Millionen Schweizer Franken investiert worden.

Die Tomotherapie konzentriert sich auf den Tumor und schont dabei die umliegenden sensiblen Organe. Dies macht eine Behandlung von komplexen Krankheiten unter angenehmeren Umständen möglich. Das Gerät sieht aus wie ein traditioneller Scanner. Hinzu kommt aber, dass das Gerät bei jeder Untersuchung des Patienten Millimetergenau Position und Form des Tumors angibt: „Wenn der Patient zu- oder abnimmt, oder  wenn sich Volumen oder Form des Tumors verändern, können wir die zu behandelnde Zone neu definieren und das Gerät einfach neu programmieren“, erklärt Frau Dr. Sabine Bieri, Chefärztin der Abteilung Radio-Onkologie am Spital Wallis. Die integrierte Funktion von medizinischer Bildgebung, gebunden an die sehr feine helikoidale Strahlenverteilung mittels linearer Partikelbeschleunigung, ermöglicht die optimale Bestrahlung des Tumors, indem die Strahlen der Tumorform entlang folgen und damit die benachbarten sensiblen Organe schonen. „Es ist, als ob die Strahlendosis rund um den Tumor eingemeisselt würde“, führt Sabine Bieri weiter aus.

„Wir sind sicher, dass diese einzigartige Technik, die auch am CHUV eingesetzt wird, unseren Patientinnen und Patienten von grossem Nutzen ist, weil die Strahlen direkt dort wirken, wo sie wirken müssen, und gleichzeitig gesundes Gewebe schonen und Nebenwirkungen reduzieren“, fügt Sabine Bieri hinzu. Nichtsdestotrotz bleibt die traditionelle Strahlentherapie aber in vielen Fällen weiterhin eine wichtige Behandlungsmethode; die Tomotherapie ergänzt das bestehende Angebot der Radio-Onkologie-Abteilung.

„Indem das bildgebende Verfahren mit einem Bestrahlungssystem von unübertroffener Präzision kombiniert wird, optimiert unsere Technologie die Strahlentherapie und vereinfacht gleichzeitig das Behandlungsvorgehen“ erklärt Dr. Fred Robertson, Generaldirektor der Tomo Therapy Incorporated, Hersteller des Behandlungssystems Hi Art. „Dies kommt dem Patienten zu Gute und vereinfacht die Arbeit in den Behandlungszentren. Deshalb ist jede Neuinstallation für uns wertvoll - so auch diese.“

Wie sieht ein Behandlungsablauf aus?

1. Mit einem ersten Scan können Form, Grösse und Position des Tumors eruiert werden.
2. Diese Bilder werden mit denjenigen verglichen, die der Behandlungsplanung gedient hatten. Falls nötig, können Positionsänderungen unverzüglich berücksichtigt werden.
3. Der zweite Scan mit diesem Gerät dient der Bestrahlung. Tausende kleiner Strahlen gelangen mittels kontinuierlicher helikoidaler Verteilung zum Tumor.
4. Jede Behandlungseinheit dauert generell ca. 30 Minuten.

Die Strahlentherapie wird seit mehr als hundert Jahren angewandt. Strahlen gelangen zum Tumor, zerstören diesen und verhindern dessen Wachstum. Die Tomotherapie macht es möglich, dass die Schäden am Gewebe rund um den Tumor verringert werden. Sie kommt insbesondere bei Tumoren von komplexer Form, bei HNO-, Urogenital-, Darmkrebs und bestimmten Wiederbehandlungen zur Anwendung.

Video der Tomotherapie. Auf englisch.

 Zusätzliche Dokumente