Portrait der Krebsbehandlung in den Walliser Spitälern
Am 28. März 2003 hat der Walliser Staatsrat beschlossen, ein Kantonales Departement für die Onkologie zu schaffen. Sämtliche Spezialisten für die nichtchirurgische Behandlung maligner Tumore (Krebs) sind in diesem kantonal strukturierten Departement integriert. Das Departement umfasst die medizinische Onkologie und Hämatologie für die Behandlung mit Medikamenten sowie die Radio-Onkologie (Radiotherapie) für die Strahlenbehandlung.
Eine bessere Qualität dank der kantonalen Zusammenarbeit
Da sämtliche Walliser Spezialisten in einem einzigen kantonalen Departement zusammengeschlossen sind, kann auf die Bedürfnisse der an Krebs erkrankten Patienten besser eingegangen und können Strukturen entwickelt werden, welche die vorhandenen Synergien optimal nutzen, die limitierten Ressourcen koordinieren und damit eine optimale Qualität gewährleisten.
Mit der Entwicklung einer einheitlichen Doktrin für die Patientenversorgung, in Zusammenarbeit mit den betreffenden Spezialisten, wird eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung erreicht und ein pluridisziplinäres Kompetenzzentrum geschaffen.
Das Departement Onkologie beteiligt sich an nationalen und internationalen klinischen Studien und ist als Ausbildungsstätte für künftige Fachärzte anerkannt. Dieses Departement ist für das ganze Wallis, insbesondere das Chablais und das Oberwallis zuständig. Ohne Einbezug der Bewohner dieser Regionen wäre die Aufrechterhaltung kostspieliger Abteilungen wie die Radio-Onkologie schwer zu begründen.
Behandlung der Patienten in der Nähe seines Wohnsitzes
Wenn möglich wird jeder Patient an dem Standort behandelt, welcher seinem Wohnort am nächsten ist. Jeder Patient wird vom Spezialisten, in Zusammenarbeit mit dem Chefarzt des Spitals und dem behandelnden Arzt, aufgrund von Subsidiaritätsregeln in die Abteilung eingewiesen, welche sich am besten für die Behandlung eignet. Die ambulanten Behandlungen werden in jedem Akutspital in Zusammenarbeit mit den Abteilungen der Inneren Medizin durchgeführt. Für besondere Fälle oder Fälle, welche in gewisse Forschungsprotokolle eingebunden sind, besteht im Kantonalen Departement Onkologie im Spital Sitten eine ambulante und stationäre Abteilung, welche über eine angemessene Anzahl Betten verfügt. Patienten, welche eine ausserkantonale Behandlung benötigen, werden in Universitätsspitälern eingewiesen, welche medizinisch und sprachlich den Erfordernissen des Patienten entsprechen.
Zusammenfassend…
… besteht das Ziel des Kantonalen Departements Onkologie darin, der Walliser Bevölkerung eine spezialisierte, qualitative und anerkannte Abteilung zur Verfügung zu stellen, mit überschaubaren Kosten und einer übersichtlichen Nutzung der Ressourcen. Das Departement beteiligt sich an der Ausbildung künftiger Spezialisten sowie an klinischen Forschungen.
Download: "Das Wallis als Vorbild" (Artikel im Tages Anzeiger vom 20. August 2009)
Organigramm des Kantonalen Departements Onkologie und der Abteilung Onkologie-Hämatologie
Hier herunterladen!
Tätigkeit
Abteilungen
Kantonales Departement Onkologie
Die Ärzte des Kantonalen Departements organisieren interdisziplinäre Kolloquien mit Beteiligung der betreffenden Internisten und Chirurgen – in Sitten nehmen die Pathologen ebenfalls daran teil. Bei diesen Kolloquien wird der optimale Behandlungsplan für jede an einer malignen Erkrankung leidende Person diskutiert und entschieden.
Nachstehend eine Aufstellung über den Sitzungstag, Zeitpunkt, Ort und die Kontaktperson der verschiedenen interdisziplinären onkologischen Kolloquien im Wallis :
Brig
|
Mittwoch wöchentlich
|
8.00 Uhr
|
Onkologie
|
Sekretariat Dr. Zenhäusern
|
| Gynäkologisches Tumor board |
Erster Mittwoch des Monats
|
12.00 Uhr
|
Radiologie
|
Sekretariat Gynäkologie
|
Martigny
|
Dienstag, 2x/Monat
|
14.00 Uhr
|
Hôpital de jour
|
Secrétariat médical de la Médecine
|
Monthey
|
Mittwoch 2x/Monat
|
08.15 Uhr
|
Consultation d’oncologie
|
Secrétariat Dr Delaloye
|
Sierre
|
Dienstag, 2x/Monat
|
17.00 Uhr
|
Salle GORS
|
Secrétariat médical site de Sierre
|
Sion
|
Montag
|
14.15 Uhr
|
Salle de colloque ICHV
|
Secrétariat de pathologie 0276034774
|
Kantonale Abteilung Onkologie-Hämatologie
Die Ärzte dieser Abteilung betreuen direkt jene Patienten, welche eine medikamentöse Behandlung benötigen (Chemotherapie, Hormontherapie, Immuntherapie, usw.). Der grosse Teil dieser Behandlungen (fast 90%) werden mit der Unterstützung von Pflegefachpersonen ambulant durchgeführt, welche auf Onkologie spezialisiert sind. Falls erforderlich, werden die Patienten in den Abteilungen der Inneren Medizin hospitalisiert. In Sitten verfügt das Kantonale Departement Onkologie für die schweren Fälle der Onkologie über Betten, also für Patienten, welche eine pluridisziplinäre, intensive oder komplizierte Versorgung benötigen. Nach Abschluss der Behandlung werden die Ärzte der Kantonalen Abteilung Onkologie-Hämatologie zusammen mit dem behandelnden Arzt und den übrigen betreffenden Spezialisten das weitere Vorgehen und die langfristige Überwachung gewährleisten. Während der ganzen Betreuung beteiligen sich die Ärzte der Kantonalen Abteilung Onkologie-Hämatologie an der unterstützenden Pflege und der Palliativpflege.
Kantonale Abteilung Radio-Onkologie
Es sind die Radio-Onkologen, welche die radiotherapeutischen Behandlungen (Bestrahlungen) am Standort Sitten planen und durchführen. Diese Behandlungen benötigen eine umfangreiche und kostenintensive Infrastruktur, welche sich fortlaufend weiterentwickelt, sowie die Zusammenarbeit mit Medizinphysikern und Röntgentechnikern. Die Vorbereitung dieser Behandlungen erfolgt in mehreren Etappen und beansprucht normalerweise mehrere Tage. Die Radiotherapie wird sehr oft ambulant durchgeführt, wobei tägliche Sitzungen von Montag bis Freitag, manchmal während mehreren Wochen stattfinden. Eine medizinische Begleitung während der Bestrahlungsbehandlung ist gewährleistet, mit mindestens einer Kontrolluntersuchung pro Woche. Diese Begleitung besteht zum Teil in gemeinsamen Sprechstunden mit den Onkologen in den Walliser Spitälern oder, nach Absprache, mit den übrigen betroffenen Ärzten. Ungefähr 75% der Patienten werden ebenfalls von den Onkologen oder Hämatologen der Kantonalen Abteilung Onkologie-Hämatologie betreut.
Nachdiplomausbildung und Fort- und Weiterbildung
Das Kantonale Departement Onkologie bietet Ausbildungsplätze für Assistenten an, welche als Ausbildung zum Facharzt bis zu 2 Jahren in der medizinischen Onkologie-Abteilung am Standort Sitten und bis zu 1 Jahr in der Abteilung Radio-Onkologie anerkannt werden können. Beide Abteilungen sind für die Nachdiplomausbildung als Ausbildungsinstitutionen der Kategorie B anerkannt.
Die Fachärzte des Kantonalen Departements Onkologie beteiligen sich an der Fort- und Weiterbildung der Walliser Ärzteschaft und des Pflegepersonals (Organisation und Teilnahme an Kolloquien).
Klinische Forschung
Die Abteilungen des Kantonalen Departements Onkologie nehmen aktiv an der Entwicklung von neuen Therapien gegen maligne Erkrankungen teil. Das heisst, sie beteiligen sich auf nationaler und internationaler Ebene an Multizenterstudien, welche von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK), von den Schweizerischen Universitätszentren oder der Pharmaindustrie organisiert werden.
Nützliche Hinweise für den Patienten
Wenn Sie noch nicht von einem Arzt des Kantonalen Departements betreut werden
Grundsätzlich wird der Termin für die erste Sprechstunde nach Absprache und auf Gesuch des behandelnden Arztes vereinbart. Wir bitten Sie also, Ihren erstbehandelnden Arzt zu kontaktieren, welcher anschliessend mit den Spezialisten des Kantonalen Departements Onkologie des nächstgelegenen und geeigneten Standorts Kontakt aufnehmen wird.
Es ist wichtig, dass bei der ersten Sprechstunde sämtliche medizinischen Unterlagen über Ihre Situation zur Verfügung stehen (medizinische Anamnese, laufende Behandlungen, Operationsberichte, Pathologieberichte, Röntgenberichte, Laborresultate, Röntgenbilder, usw.). Diese Dokumente sind für die Beurteilung Ihrer Situation unerlässlich, damit Vorschläge für Ihre Behandlung unterbreitet werden können. Zusätzlich zu dieser Sprechstunde und bevor eine Entscheidung getroffen wird, könnte es nötig sein, Ihre Situation anderen Fachärzten zu unterbreiten, zum Beispiel im Rahmen eines interdisziplinären Kolloquiums.
Wir empfehlen Ihnen, sich bei dieser ersten Sprechstunde von einer Ihnen nahestehenden Person begleiten zu lassen. Es ist besser, wenn Sie Ihre Fragen schriftlich vorbereiten, damit Sie sie bei der Sprechstunde nicht vergessen.
Wenn Sie bereits von einem unserer Spezialisten betreut werden
Normalerweise werden die Termine für die Sprechstunden, für die Behandlungen und Untersuchungen von Ihrem Arzt zum Voraus organisiert. Bei Abwesenheit des Spezialisten und falls Ihr behandelnder Arzt oder der von Ihrem Spezialisten bestimmte Stellvertreter nicht erreichbar sind, können Sie jederzeit mit folgenden Abteilungen Kontakt aufnehmen : Radio-Onkologie Spital Sitten 027 603 4500 Medizinische Onkologie Spital Sitten 027 603 4478
Was tun, wenn Komplikationen im Zusammenhang mit Ihrer Behandlung auftreten?
Wenn Sie Ihren Spezialisten oder behandelnden Arzt nicht erreichen können, wenden Sie sich bitte an den Notfall des nächstgelegenen Spitals. Wenn Sie Fieber (>38°) oder eine Chemotherapiebehandlung haben, nehmen Sie sofort mit dem Notfall des nächstgelegenen Spitals Kontakt auf (auch in der Nacht oder am Wochenende).
Partnerschaft und Zusammenarbeit
Das Kantonale Departement Onkologie betreut jeden Patienten (Ausnahmefälle ausgenommen) in enger Zusammenarbeit mit dem erstbehandelnden Arzt (behandelnden Arzt).
Interdisziplinäre Kolloquien
Bei den interdisziplinären Kolloquien kommen die betroffenen Spezialisten zusammen, um die optimale Behandlung eines Krebspatienten zu diskutieren und zu planen. Der operierende Arzt (Chirurg, Gynäkologe, HNO-Arzt, usw.), der Radio-Onkologe sowie der medizinische Onkologe, der diesem Kolloquium normalerweise auch vorsteht, nehmen in der Regel immer an diesem Kolloquium teil. Für die Diskussion der Diagnose, welche durch die mikroskopische Untersuchung des entnommenen Gewebes gestellt wird kann auch der Pathologe und für die Interpretation der Röntgenaufnahmen der Radiologe teilnehmen; es kann auch vorkommen, dass der Hämatologe ebenfalls anwesend ist. Mit diesem Vorgehen können die Situation des Patienten und die therapeutischen Möglichkeiten vertieft besprochen werden. Das Ergebnis dieser Diskussion wird in einem schriftlichen Bericht festgehalten und ist für die therapeutische Betreuung richtungsweisend.
Zusammenarbeit zwischen den Spitälern
Eine absolut bevorzugte Zusammenarbeit besteht mit den verschiedenen Abteilungen der Inneren Medizin, sowie mit den Palliativpflegeabteilungen der Spitäler, in denen die vom Kantonalen Departement Onkologie betreuten Patienten hospitalisiert sind, welche einen Spitalaufenthalt benötigen (Chemotherapie im Spital, durch die Behandlung und Krankheit bedingte Komplikationen, usw.). Neben diesen erwähnten Spitalabteilungen besteht auch eine intensive Zusammenarbeit mit den folgenden Abteilungen: mit der Division für Hämatologie von Consilia, mit der Apotheke des ZIWS, mit dem Bluttransfusionszentrum und der Abteilung Klinische Infektiologie.
Zusammenarbeit im ambulanten Bereich
Die Psycho-Onkologie ist für die Behandlung von Krebspatienten eine wertvolle Hilfe. Es bestehen regelmässige Kontakte mit dem in der Radio-Onkologie integrierten Psychologen und den Psycho-Onkologen der Liaison-Psychiatrie, welche im Auftrag der Psychiatrischen Institutionen des Mittel- und Unterwallis (IPVR) in jedem Spital tätig sind.
Regelmässige Kontakte finden auch mit der genetischen Sprechstunde für prädiktive Onkologie im Zentralinstitut der Walliser Spitäler statt.
Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung
Für die Onkologie sind die Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung, die Analyse der Krebsarten und der Häufigkeit der Krebsfälle in der Bevölkerung (Tumorregister), sowie das Programm für die systematische Brustkrebs-Früherkennung wichtig; sie haben auch verbesserte Ergebnisse für die Walliser Bevölkerung zum Ziel.
Universitäre Abteilungen
Zusätzlich zu den Tätigkeiten gewisser Fachärzte des Kantonalen Departements Onkologie, welche bis ins universitäre Milieu reichen, bestehen gemeinsame spezielle Kolloquien für die Betreuung von Lymphomen und akuten Leukämien, sowie für Krebsarten, welche das Nervensystem befallen. Es kommt regelmässig vor, dass im Einzelfall Patienten oder Patienten, welche eine universitäre Behandlung benötigen, vom Kantonalen Departement Onkologie an die entsprechenden universitären Teams weitergeleitet werden.
Laufende Projekte
Vereinheitlichung der Chemotherapie-Protokolle
Die Onkologen und Hämatologen diskutieren bereits regelmässig über die Behandlung von Patienten, welche weitverbreitete Pathologien aufweisen. Um die Sicherheit bei der Durchführung von Chemotherapien zu verbessern und die Ressourcen optimal zu nutzen, werden die Behandlungspläne (Chemotherapie-Protokolle) gegenwärtig in eine für alle Spitäler einheitliche Form gebracht. Sie werden auf dem Informatiknetz des GNW und im elektronischen Patientendossier für alle Onkologen des Kantons zugänglich gemacht. Durch die anschliessende Integration ins Informatiksystem « Phoenix » sind weitergehende Anwendungen möglich, wie beispielsweise die automatische Kontrolle der Laborresultate vor der Durchführung der Chemotherapie und die automatisierte Kontrolle der möglichen Wechselwirkungen der verordneten Medikamente.
Fünf-Jahres-Investitionsplan für die Radio-Onkologie
Die umfangreiche Infrastruktur der Radio-Onkologie erfordert grosse Investitionen von mehreren Millionen Franken. Für die Anschaffung dieser Einrichtungen wurde ein Plan erstellt, welcher gegenwärtig im GNW diskutiert wird. Um dem wissenschaftlichen Fortschritt Rechnung zu tragen und ein entsprechendes technisches Niveau aufrechtzuerhalten, welches mit anderen Radiotherapiezentren im Land vergleichbar ist, müssen regelmässig Investitionsentscheide getroffen werden.
Klinische Forschung und aktuelle Forschungsprotokolle
Beide kantonalen Abteilungen beteiligen sich gegenwärtig an Forschungsprotokollen der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK), der Universitätszentren von Genf, Lausanne und Bern sowie der Pharmaindustrie. Die Teilnahme an solchen Studien bedeutet auch eine Mehrbelastung an Arbeit, ist jedoch für die Aufrechterhaltung einer hohen qualitativen Versorgung der Patienten unerlässlich. Es laufen Diskussionen, damit das Kantonale Departement Onkologie formell als « Zentrum der SAKK » anerkannt wird, wie auch die neun anderen Standorte vergleichbarer Grösse in der Schweiz.
Erstellung einer Kostenrechnung des Kantonalen Departements Onkologie
Für eine entsprechende Verwaltung des Kantonalen Departements Onkologie ist die Erstellung einer Kostenrechnung unbedingt notwendig. Die Grundlagen für eine Datenerfassung, wie sie auch in den übrigen Spitälern des GNW vorgenommen wird, werden gegenwärtig eingerichtet.
|
|
|
|
Für die erstbehandelnden Ärzte sind folgende Angaben nützlich :
Spitalzentrum Oberwallis
Standort Brig Onkologische Ambulanz, Dr. Reinhard Zenhäusern 027 970 3660
Spitalzentrum Mittelwallis
Standort Siders Büro der Pflegefachpersonen der Tagesklinik 027 603 75 30
Privatpraxis Dr. Michèle Stalder Dr. Véronique Membrez 027 456 11 21
Standort Sitten Telefonzentrale 027 603 40 00
Sprechstunde Ambulante Onkologie - Hämatologie Büro der Pflegefachpersonen 027 603 41 55
Dr. Sandro Anchisi Tel. 027 603 4478 Fax 027 603 44 79
Dr. Pierre-Yves Lovey 027 603 48 11
Dr. Michèle Stalder 027 603 48 10
Abteilung Radio-Onkologie 027 603 45 00
Standort Martinach
Medizinisches Sekretariat der Medizinabteilung 027 603 90 00
Spital von Chablais, Monthey
Sekretariat der Onkologie-Sprechstunde 024 473 15 57
|
|
|