Das Schmerztherapiezentrum in Martigny
Seit beinahe zehn Jahren ist das Zentrum für chronische Schmerzen in Martigny eine feste Institution des Spitalzentrums Mittelwallis. Unter der Leitung von Dr. J.-Cl. Granges, bilden Dr. F. Revaz-Merciny und Dr. P. Burnier, sowie zwei speziell dafür ausgebildete Krankenschwestern (Céline Praz und Sonia Richiedei) das Team unseres Zentrums. Pro Jahr werden etwa 1200 Konsultationen – vor allem wegen chronischer Schmerzen – unter enger Zusammenarbeit mit den Schmerztherapie-Zentren des CHUV und Morges durchgeführt. Zudem sichert das Schmerztherapiezentrum die postoperative Schmerzbetreuung.
Die meisten Patienten werden uns von den niedergelassenen Ärzten aus der Region überwiesen, um eine Evaluation der an den Zustand der Patienten angepassten Therapiemöglichkeiten durchzuführen. Die behandelten chronischen Schmerzen sind diversen Ursprungs. Am häufigsten ist der Rücken betroffen, wobei jedoch auch ganz andere Krankheitsbilder therapiert werden, wie Gürtelrose, Fibromyalgie, diverse Neuropathien, Gelenkschmerzen, usw.
Die Patienten werden ambulant einbestellt – zunächst in einer ersten Konsultation mit der spezialisierten Krankenschwester und dann zusammen mit dem Arzt. Der Therapieansatz für das Schmerzproblem wird multidisziplinär gesucht in Zusammenarbeit mit den Neurochirurgen, den Psychiatern, den Hausärzten oder dem Palliativzentrum. In dieser Konsultation wird dem Patienten ein Therapieplan zusammengestellt und vorgeschlagen.
Die hauptsächlich angewendeten Therapieformen sind peridurale Infiltrationen (cervical, thoracal, lumbal und caudal), lumbale bzw. cervicale Facettenblöcke, Triggerzonen-Infiltrationen (präzise, punktgenaue Lokalanästhetikum-Injektionen), Iliosakralgelenk-Infiltrationen, Neuromodulation (epidurale oder subkutane Stimulatoren), sowie intrathekale Pumpsysteme. Weiterhin kommen bei uns auch Techniken wie zum Beispiel die Hypnose zur Anwendung.
Zur Betreuung des postoperativen Akutschmerzes besuchen wir zweimal täglich jeden operierten Patienten mit Schmerzkatheter (Femoral-/Popliteal-/ Interskalenuskatheter) und alle Kranken, welche von einer Periduralanästhesie oder einer PCA-Pumpe (Patient Controlled Analgesia) profitieren.
Wir stehen oft auch in engem Kontakt mit dem Palliativzentrum unseres Spitals, mit welchem zusammen wir die komplexen Sterbesituationen begleiten. Dabei versuchen wir den Sterbenden eine adäquate Schmerztherapie anzubieten, um sie aufs Möglichste zu entlasten.
Als Resumé kann man zusammenfassen, dass die Schmerztherapie ein vielseitiges und komplexes Spezialfachgebiet darstellt. In unserem Schmerztherapiezentrum in Martigny steht ein multidisziplinäres Team zur Verfügung, das sich dafür einsetzt, die vom akuten bzw. chronischen Schmerz geplagten Patienten aufs Beste zu entlasten.
Canal 9 L'antidote 07.09.2009