Navigationslinks überspringen
Patienten
Besucher
Ärzte
Offene Stellen
Skip Navigation LinksHome > De > Medizin. Angebot > Mittelwallis (CHCVs) > Departement Anästhesiologie und Reanimation (DAR) > Patienteninformation

Patienteninformation

Der Ablauf einer Narkose

Der Sinn und Zweck einer Narkose (Anästhesie) ist es, eine Operation durchführen zu können, ohne dass der Patient Schmerzen oder Stress verspürt. Dank der Entwicklungen auf dem Gebiet der modernen Narkosemedizin ist es heutzutage möglich, auch langdauernde und schwere chirurgische Eingriffe bei Patienten aller Altersgruppen sicher durchzuführen.

Der Narkosearzt (Anästhesist) ist spezialisiert darauf, die beste Anästhesie und die passenden Medikamente für jeden einzelnen Fall auszuwählen. Die Behandlung und Überwachung wird den Bedürfnissen jedes Patienten individuell angepasst.

Um die beste Betreuung während der Narkose zu gewährleisten, wird der Patient ungefähr zwei Wochen vor der Operation in die Sprechstunde der Abteilung für präoperative Untersuchungen (APU) einbestellt. Dort wird ein Informationsgespräch mit einem Anästhesisten geführt, und alle Fragen zur Narkose werden diskutiert.

Am Tag der Operation selbst sollte man aus Sicherheitsgründen sechs Stunden vor der Narkose nichts mehr essen, um Erbrechen während der Narkose zu verhindern. Jedoch ist es gestattet, bis zwei Stunden vor der Narkose kleine Mengen klare Flüssigkeiten zu sich zu nehmen, wie zum Beispiel Wasser, Tee ohne Milch, usw.

Im Operationstrakt wird der Patient engmaschig von einem Team spezialisierter Narkoseärzte und Pflegefachpersonen überwacht. Diese führen die Narkose durch und passen sie den speziellen Bedürfnissen des Patienten sowie des Chirurgen an. Wenn die Operation beendet ist, bleibt jeder Patient noch solange zur Überwachung im Aufwachraum, bis sich sein Zustand stabilisiert hat.

Für den Fall, dass die Operation ambulant durchgeführt wird, d.h. wenn der Patient am Operationstag nach Hause entlassen wird, so darf er an diesem Tag nicht selbst ein Fahrzeug lenken. Es wird ferner empfohlen, bis zum nächsten Tag nicht alleine zu bleiben. Sollten Probleme auftreten, so kann das Krankenhaus Tag und Nacht telefonisch erreicht werden.

Die häufigsten Narkoseverfahren

Vollnarkose

Die Vollkarkose wird gewählt, wenn langdauernde oder grosse Operationen durchgeführt werden sollen, zum Beispiel Eingriffe im Bereich des Bauches oder in der Herzchirurgie. Bei der Vollnarkose werden verschiedene Medikamente gegeben, damit der Patient sehr tief schläft und keine Schmerzen verspürt. Sobald der Patient eingeschlafen ist, unterstützt der Narkosearzt die Atmung mit verschiedenen Hilfsmitteln, zum Beispiel mit einer Maske oder mit einem Plastikschlauch, welche im Mund oder in der Luftröhre plaziert werden. Danach können vorübergehende Schluckbeschwerden oder Heiserkeit auftreten. Andere unerwünschte Wirkungen einer Vollnarkose können Übelkeit oder Erbrechen sein, die rasch und effektiv behandelt werden können. Die Vollnarkose kann mit anderen Narkoseverfahren kombiniert werden, z. B. mit einer Periduralanästhesie, um die Schmerzen nach der Operation zu lindern.

Spinalnanästhesie

Die Spinalanästhesie ist ein Teilnarkose-Verfahren, auch Regionalanästhesie genannt. Dies bedeutet die Verabreichung einer Injektion im unteren Rückenbereich. Während der Patient auf der Seite liegt, wird zuerst mittels einer örtlichen Injektion der Einstichort betäubt. Danach wird ein lokales Anästhesiemittel in den Raum zwischen zwei Wirbeln gespritzt. Dieses Mittel breitet sich in der Flüssigkeit aus, welche das Rückenmark umgibt, und bewirkt in den folgenden Minuten eine starke Anästhesie in der unteren Körperhälfte. Die Beine des Patienten werden für einige Zeit völlig gefühllos und können nicht mehr bewegt werden. Manchmal kann es bei der Spinalanästhesie zu einem vorübergehenden Absinken des Blutdrucks und zu Übelkeit kommen. Dies kann rasch und wirksam behandelt werden. Andere, viel seltener auftretende Probleme, die man ebenfalls gut behandeln kann, sind Kopfschmerzen oder Schwierigkeiten beim ersten Wasserlassen. Schwere Nebenwirkungen wie Infektionen oder Nervenschäden sind extrem selten.

Die Spinalanästhesie ist ideal für Operationen unter zwei Stunden Dauer, die an der unteren Körperhälfte durchgeführt werden, wie zum Beispiel urologische oder unfallchirurgische Eingriffe. Sie ist auch die Technik der ersten Wahl für einen Kaiserschnitt, denn sie verhindert den Übertritt von Narkosemedikamenten in das Blut des Neugeborenen und erlaubt der Patientin, die Geburt ihres Kindes mitzuerleben.

Periduralnanästhesie

Wie die Spinalanästhesie, so ist auch die Periduralanästhesie eine Art der Teilnarkose. Die Narkosevorbereitung und Lage auf der Seite während der Injektion sind dieselben. Jedoch wird bei der Periduralanästhesie das Betäubungsmittel an einen etwas oberflächlicher liegenden Ort zwischen zwei Wirbeln gegeben. Diese Art der Betäubung kann in jeder beliebigen Höhe des Rückens vorgenommen werden. Oftmals wird ein kleiner Plastikkatheter eingelegt, so dass die Periduralanästhesie für die Schmerzbehandlung nach der Operation genutzt werden kann. Die Nebenwirkungen dieser Periduralnarkose gleichen denen der Spinalanästhesie. Am häufigsten wird die Periduralnarkose im Gebärsaal angewendet, um den Geburtsschmerz zu lindern.

Anästhesie mittels Nervenblockade

Für chirurgische Eingriffe, die am Arm oder Bein durchgeführt werden, kann eine Narkose durch Nervenblockade der betreffenden Gliedmasse durchgeführt werden. Falls notwendig, so kann für die folgenden Tage ein kleiner Plastikkatheter eingelegt werden, um die Schmerzen nach der Operation zu behandeln.

Um diese Art der Narkose durchzuführen, werden die Nerven mit Hilfe eines Ultraschallgerätes aufgesucht, oft kombiniert mit einem anderen Gerät, das sehr kleine Stromstösse erzeugt. Mittels einer feinen Nadel wird ein lokales Betäubungsmittel rund um den Nerv gespritzt. In sehr seltenen Fällen können Komplikationen auftreten, wie Blutungen, Infektionen oder Nervenschäden.

Das Schmerzteam

Eine sichere und wirksame Schmerzbehandlung während und nach jeder Operation ist unser Ziel. Schmerzfreiheit ist sehr wichtig für das Wohlbefinden des Patienten. Darüber hinaus hat sie günstige Auswirkungen auf alle anderen Organe des Körpers und unterstützt so die baldige Genesung. Aus diesen Gründen steht ein spezialisiertes Team zur Verfügung, das Schmerzen behandelt und diese Behandlung regelmässig kontrolliert und wie nötig anpasst.

Heutzutage gibt es verschiedene Medikamente und Techniken zur Schmerzlinderung.

Nach einer kleinen oder mittelgrossen Operation verschreibt der Narkosearzt verschiedene Schmerzmittel, die den Bedürfnissen des Patienten angepasst sind. Die Behandlung mit diesen Medikamenten wird im Aufwachraum begonnen und danach in der Krankenhausabteilung weitergeführt. Oft werden die Schmerzmedikamente anfangs in das Blut verabreicht und später als Tabletten gegeben.

Nach grösseren Operationen kann eine Morphinpumpe verordnet werden („PCA-Pumpe“). Diese Pumpe erlaubt es dem Patienten, sich selbst die nötigen Schmerzmittel zu verabreichen, und garantiert gleichzeitig grösstmögliche Sicherheit.

Eine andere Technik ist die Schmerztherapie mittels Periduralkatheter (siehe oben). Ein Gemisch verschiedener Medikamente, unter anderem lokale Betäubungsmittel, kann durch diesen Katheter verabreicht werden. Wie die Morphinpumpe, so garantiert auch der Periduralkatheter eine individuelle, sichere und wirksame Schmerztherapie.

 

Video ansehen





 

 






Vor der Operation
6 Stunden vor der Operation nichts mehr essen.

Es ist erlaubt, kleine Mengen Wasser und andere klare Flüssigkeiten bis 2 Stunden vor der Operation zu sich zu nehmen.

 

Nach der Operation
Nach ambulanten Operationen ist es verboten, ein Fahrzeug zu lenken. Es wird empfohlen, bis zum nächsten Tag in Begleitung einer anderen Person zu bleiben. Sollten Probleme auftreten, so ist das Krankenhaus 24 Stunden am Tag erreichbar.